Gedicht der mond ist aufgegangen. LIED: Der Mond ist aufgegangen (Abendlied)

Naturlyrik, Jahreszeitengedichte: Mond

gedicht der mond ist aufgegangen

November 2015 das Abendlied beim Trauergottesdienst anlässlich seiner Beerdigung gesungen. Das fängt dabei einen Kontrast ein: denn einerseits wird die Natur der Nacht als sehr schön beschrieben hell, klar, wunderbar , ist aber andererseits im gleichen Maße bedrohlich schwarz, schweiget. Die größte Schönheit dieser Erden Kann mit der himmlischen doch nicht verglichen werden. Die strassen weithin-deutend werden blasser Den wandrern bietet ein gelispel halt · Ist es vom berg ein unsichtbares wasser Ist es ein vogel der sein schlaflied lallt? Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold! Der Inhalt der gebetsartigen Strophen 5 und 6 ist demnach schnell umrissen: Gott wird gebeten, ein schönes, unbefangenes Leben auf Erden zu ermöglichen, einen sanften Tod zu gewähren und der Seele einen Platz im Himmel zu geben. Eine Frage wäre, ob nur der fröhlich ist, der auch fromm lebt? Die Nacht ist demnach nicht nur vertraut, sondern ebenfalls ein Raum, der Geborgenheit ausstrahlt vgl. Der rain bereitet aus gesträuch und blüten Den duft des abends für gedämpften schmerz ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 An Luna Schwester von dem ersten Licht, Bild der Zärtlichkeit in Trauer, Nebel schwimmt mit Silberschauer Um dein reizendes Gesicht. Eine der berühmtesten Parodien, zugleich ein Gegengesang zur abendländischen Tradition der Abend- und Mondlieder, stammt von , veröffentlicht 1962 in seinem Gedichtband Kunststücke und kommentiert mit dem Essay Anleitung zum Widerstand.

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Kabarettist: Dieter Hildebrandt

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Und dann, wenn der Tod auf den Menschen wartet, solle dieser sanft kommen, wobei das Himmelreich Gottes den Verstorbenen aufnehmen soll. Denn bereits in der ersten Strophe ist es der Himmel, der klar und hell ist, wohingegen die Erde schwarz erscheint und der Nebel, der nach oben gen Himmel steigt, wiederum als wunderbar gekennzeichnet wird. Felix Dörmann 1870-1928 Julinacht Die Mondeslichter rinnen Aus sterndurchsprengtem Raum Zur regungslosen Erde, Die müde atmet kaum. Alt ist er wie ein Rabe, Sieht manches Land; Mein Vater hat als Knabe Ihn schon gekannt. Laß uns einfältig werden Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich sein. Strophe Vers 25 — 30 religiöse Perspektive Das lyrische Ich wendet sich nun an Gott.

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Abendlied (Matthias Claudius)

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Darauf folgt eine religiöse Perspektive, woraufhin alle Motive Natur, Mensch, Religion in der letzten Strophe verbunden werden. Schon rührt sich's in den Bäumen, Die Lerche weckt sie bald - So will ich treu verträumen Die Nacht im stillen Wald. Wie ist die Welt so stille, Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold! Joseph von Eichendorff 1788-1857 Todeslust Bevor er in die blaue Flut gesunken, Träumt noch der Schwan und singet todestrunken; Die sommermüde Erde im Verblühen Lässt all ihr Feuer in den Trauben glühen; Die Sonne, Funken sprühend, im Versinken, Gibt noch einmal der Erde Glut zu trinken, Bis, Stern auf Stern, die Trunkne zu umfangen, Die wunderbare Nacht ist aufgegangen. Diese wenden sich nun an Gott und lassen einen Gebetscharakter erkennen. Text nach Asmus omnia sua secum portans 1783 Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar. Nur manchmal, traumhaft leise, Durchzieht der alte Schmerz, Wie Nachtwind durchs Geäste, Das müdgeliebte Herz. Laß uns einfältig werden, Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich sein! Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht, es rauschten leis die Wälder, so sternklar war die Nacht.

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DER MOND IST AUFGEGANGEN VON CLAUDIUS

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Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. Ging es in der ersten Strophe noch um eine reine Naturbeschreibung, wurde diese in der zweiten mit dem Leben der Menschen verwoben, worauf die fünfte und sechste Strophe durch eine religiöse Sprache und die Hinwendung zu Gott bestimmt werden. Menschentröster, Gottesbote, Der auf Friedenswolken thront: Zu dem schönsten Morgenrote Führst du uns, o guter Mond! Guter Mond, so sanft und milde Glänzest du im Sternenmeer, Wallest in dem Lichtgefilde Hehr und feierlich einher. Claudius übernahm von Gerhardt die Strophenform, aber auch den inhaltlichen Aufbau des Textes. Allerdings bricht Matthias Claudius mit dem Gedichttypus im gleichen Maße, wie er ihn als Grundlage seines Werkes nutzt. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Er war zweifellos ein konservativer Geist, der in der Volkskunst lebte.

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DER MOND IST AUFGEGANGEN VON CLAUDIUS

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Blicke traulich zu uns nieder Durch die Nacht aufs Erdenrund! Sanft ist im Mondenscheine, Und süß die Ruh. Der dunkelfalter zwei die sich verfrühten Verfolgen sich von halm zu halm im scherz. Die Nacht ist nämlich nicht nur erhaben oder schön, sondern bietet einen Raum vgl. Matthias Claudius 1740-1815 Ein Wiegenlied, bei Mondschein zu singen So schlafe nun du Kleine! Karl Enslin 1819-1875 Guter Mond, du gehst so stille. Das lyrische Ich wirft der Menschheit darüber hinaus vor, unwissend zu sein und sich im Leben nur Illusionen und Eitelkeiten hinzugeben. Auf der einen Seite ruft der Titel das Umfeld der geistlichen Gesänge auf, auf der anderen Seite ist das Abendlied als literarische Gattung ein typisches Produkt der Reformationszeit.

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Warum Claudius’ „Abendlied“ das berühmteste Gedicht ist

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Als einfach, berührend und innig kennt man deshalb seine Dichtkunst, doch es gibt weitaus differenziertere Töne in Claudius' Werk, es gibt auch den tieferen Ernst, das Spaßhafte und Pointierte und die Kritik. Was nun nach einem vorschnellen Urteil klingt, zieht sich schon durch das ganze Gedicht. Und ich habe den Mut und die tiefe Bereitschaft und die Entschlossenheit, hier in allem Freimut und aller Entschiedenheit zu bekennen, dass ich es weiss! Singe, Vogel, singe, der Mond ist guter Dinge; er steckt den halben Taler raus, das sieht blank und lustig aus, singe, Vogel, singe. Aus dieser Erkenntnis, welche durch das lyrische Ich bisher stringent begründet wurde, erwachsen die Strophen fünf und sechs. Eine wiederkehrende Frage in der Rezeptionsgeschichte ist die nach dem im Abendlied vermittelten Gottesbild. Beiträge einer Tagung der Evangelischen Akademie Baden vom 4. Auch August Hermann Niemeyer, ein Lyriker sowie Kirchenlieddichter, nahm dieses Gedicht in seine Sammlung Lieder für das Volk und Gesangbuch für Schulen und Erziehungsanstalten auf und stellte es so erstmalig als Kirchenlied dar.

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Warum Claudius’ „Abendlied“ das berühmteste Gedicht ist

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Anfangs steht eine Naturbeschreibung, die dann um eine Beschreibung des menschlichen Handelns ergänzt wird. Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar; Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. Aus dieser Beweisführung, also dass der Mensch teils urteilt, ohne eine Sache in ihrer Gesamtheit zu erfassen, wird in der vierten Strophe ein Fazit gezogen. Es bittet darum, dem Menschen die Augen zu öffnen, um keine vergänglichen Werte oder Eitelkeiten als wichtig zu erachten, sondern sich kindlich, aber auch fröhlich und gläubig dem Leben auf Erden zu widmen. Stefan George 1868-1933 Der hügel wo wir wandeln. Und denkt nun immer wieder An diesen Blick, Und scheint von hoch hernieder Mir lauter Glück. Sei wie ein Kind, einfach und vertrauensvoll und hinterfrage nicht.

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LIED: Der Mond ist aufgegangen (Abendlied)

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Es ist kein Schwan so weiß, da nämlich jedes Blatt, Indem daselbst des Mondes sanftes Licht Selbst durch die zarten Blätter bricht, Sogar den Schatten weiß und sonder Schwärze hat. Es existiert auch eine geschlechtsneutrale Abwandlung der ersten Zeile der letzten Strophe: So legt euch denn, ihr Brüder, in: So legt euch, Schwestern, Brüder, Textzettel für ein Kirchenkonzert. Nämlich: Und aus den Wiesen steiget das, was meine Reden immer ausgezeichnet hat: der weiße Nebel wunderbar. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott. Außer 'Der Mond ist aufgegangen' hat er zum Beispiel das von Franz Schubert vertonte Gedicht 'Der Tod und das Mädchen' geschrieben. Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen.

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